Abschnitt 11 · Lektion 1
Python auf deinem Rechner
Die Werkzeuge der nächsten Lektionen räumen Notizen, Fotos und den Download-Ordner auf. Die liegen auf deinem Rechner, nicht hier. Jede Zeile bisher lief auf einer Maschine im Rechenzentrum. Ein Werkzeug, das deine Dateien aufräumen soll, muss aber dort laufen, wo sie liegen, und dafür brauchst du Python bei dir. Eine Aufgabe gibt es hier nicht, weil sich von hier aus nicht prüfen lässt, was auf deinem Rechner passiert.
Welche Version
import platform
import sys
print("Version:", platform.python_version())
print("Programm:", sys.executable) In der Ausgabe stehen die Version, die gerade läuft, und der Ort des Programms, das deinen Code
ausführt. Hier ist es eine 3.14 unter /usr/local/bin/python. Auf deinem Rechner siehst du mit
demselben Beispiel später deine eigene Version und deinen eigenen Pfad. Den Pfad brauchst du weiter
unten noch einmal.
Der Code in diesem Kurs läuft ab Python 3.10, und alles Neuere geht auch. Neue Versionen erscheinen jedes Jahr im Oktober. Nur die Fehlermeldungen sehen in älteren Versionen manchmal etwas knapper aus als hier.
Windows
Auf python.org gibt es unter Downloads den Python Install Manager, und denselben findest du auch
im Microsoft Store. Nach der Installation öffnest du das Terminal, im Startmenü über „Terminal“. Auf
älteren Windows-Versionen heißt es „PowerShell“. Wenn du dort python tippst, holt der Install
Manager beim ersten Mal die neueste Version selbst.
Danach gibt es zwei Befehle, python und py, und beide tun dasselbe. Vielleicht kommt dabei die
Frage, ob ein Ordner zum PATH hinzugefügt werden soll. Das ist die Liste der Ordner, in denen
Windows nach Befehlen sucht. Ein Ja schadet nicht, nötig ist es für die beiden Befehle aber nicht.
Ältere Anleitungen zeigen einen anderen Installer, den mit dem Haken „Add python.exe to PATH“. Den
gibt es noch eine Weile. Wenn du ihn nimmst, muss genau dieser Haken gesetzt sein, sonst findet
Windows den Befehl python nicht. Und wenn sich beim Tippen von python der Microsoft Store
öffnet, ist noch gar kein Python installiert, und Windows bietet dir eins an.
Mac
Auf python.org gibt es für den Mac ein Installationspaket, das du wie jedes andere Programm
installierst. Danach liegt unter Programme ein Ordner „Python 3.…“. Darin ist eine Datei
Install Certificates.command, die du einmal doppelklickst. Ohne sie scheitern später manche Abrufe
aus dem Netz an einer Meldung über Zertifikate.
Der Befehl heißt auf dem Mac python3, nicht python. Oft gibt es schon vorher ein python3, das
zu den Entwicklerwerkzeugen von Apple gehört und meistens älter ist. Das bleibt, wo es ist, weil
andere Programme es brauchen. Nach der Installation startet python3 dein neues Python.
Linux
Hier ist Python fast immer schon da, als python3. Ob die Version reicht, zeigt
python3 --version. Ubuntu 22.04 bringt 3.10 mit, neuere Versionen der üblichen Systeme bringen
neuere mit. Den Befehl python gibt es oft nicht. Dann tippst du überall python3, wo im Kurs
python steht.
Ein Editor und der erste Start
Zum Schreiben eignet sich Visual Studio Code mit der Erweiterung „Python“ von Microsoft. Damit wird der Code gefärbt wie hier, und über das Dreieck oben rechts startest du eine Datei. Wer es ruhiger mag, nimmt Thonny. Das ist ein Editor, der für den Anfang gemacht ist und sein eigenes Python mitbringt.
Für die eigenen Werkzeuge lohnt sich ein eigener Ordner, etwa werkzeuge in deinen Dokumenten. Für
den ersten Versuch kommt darin eine Datei version.py mit dem Beispiel oben. Im Terminal wechselst
du mit cd (change directory) in diesen Ordner, also cd Documents/werkzeuge oder wie er bei dir
heißt. Dann startest du die Datei mit python version.py, auf dem Mac und unter Linux mit
python3 version.py.
Der Ordner, in dem das Terminal gerade steht, heißt Arbeitsverzeichnis (working directory). In den nächsten Lektionen wird er wichtig. In Visual Studio Code öffnest du am besten gleich den ganzen Ordner (Datei, Ordner öffnen), weil das Terminal dann schon im richtigen steht.
import sys
if sys.version_info < (3, 10):
sys.exit("Dieses Python ist zu alt für den Kurs, gebraucht wird 3.10 oder neuer.")
print("Passt, das reicht für den Kurs.") Dieses Beispiel ist zum Mitnehmen. sys.version_info ist die Version als Tupel, hier (3, 14, …).
Tupel vergleicht Python von vorn nach hinten, erst die 3 und dann die 14 gegen die 10. Ist die
Version zu alt, endet das Programm mit einer Zeile auf dem Fehlerkanal, so wie der Bruttorechner am
Ende des letzten Abschnitts.
Starten ohne Terminal
Ein Werkzeug, für das man jedes Mal ein Terminal öffnen muss, benutzt man irgendwann nicht mehr.
Per Doppelklick
Unter Windows startet ein Doppelklick auf eine .py-Datei das Programm in einem schwarzen Fenster.
Das schließt sich, sobald das Programm fertig ist, und meistens sieht man nur ein kurzes Blinken.
Mit einer letzten Zeile input("Fertig. Enter drücken zum Schließen.") bleibt das Fenster offen.
Auf dem Mac öffnest du die Datei mit einem Rechtsklick über „Öffnen mit“ und „Python Launcher“. Der
liegt im selben Ordner wie Install Certificates.command.
Zu festen Zeiten
Unter Windows geht das über die Aufgabenplanung (im Startmenü danach suchen). Dort klickst du dich durch „Einfache Aufgabe erstellen“, einen Zeitpunkt und „Programm starten“. Als Programm trägst du den Pfad ein, den das erste Beispiel bei dir ausgibt. Als Argument kommt der Name deiner Datei dazu, und unter „Starten in“ ihr Ordner. Das letzte Feld vergisst man gern, und dann sucht das Programm seine Dateien im falschen Ordner.
Unter Linux macht das cron. Mit crontab -e öffnest du deine Liste und trägst eine Zeile ein wie
0 18 * * 5 cd /home/mia/werkzeuge && /usr/bin/python3 wochenbericht.py. Die fünf Felder vorn sind
Minute, Stunde, Tag, Monat und Wochentag, hier also jeden Freitag um 18 Uhr. Python steht mit vollem
Pfad da, weil cron nicht in denselben Ordnern sucht wie dein Terminal.
Auf dem Mac heißt der Dienst dafür launchd. Dafür braucht es eine kleine Beschreibung im
XML-Format im Ordner Library/LaunchAgents in deinem persönlichen Ordner. Wie die aussieht, findest
du unter den Stichwörtern launchd und StartCalendarInterval. cron gibt es auf dem Mac auch, Apple
empfiehlt aber launchd.
Wenn ein so gestartetes Programm an Ordner wie Downloads oder Dokumente will, muss Python dafür
unter Systemeinstellungen, Datenschutz & Sicherheit freigegeben sein. Sonst endet es mit
Operation not permitted.
Bevor ein Programm von allein läuft, sollte es ein paarmal von Hand gelaufen sein. Ein Aufräumer, der jeden Freitag einen Fehler macht, macht ihn eben jeden Freitag. Darum geht es in Lektion 11.6 und 11.7.
Zum Mitnehmen
Unter Windows kommt Python über den Python Install Manager auf den Rechner, auf den Mac über das Paket von python.org, und unter Linux ist es meistens schon da. Gestartet wird im Arbeitsverzeichnis mit python datei.py, auf Mac und Linux heißt der Befehl python3. Zu festen Zeiten laufen Programme über Aufgabenplanung, cron oder launchd. Version 3.10 reicht für den Kurs.
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Was in dieser Lektion steckt
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Artikel mit 2 Beispielen zum Ausprobieren
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