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Was ist Python?

Python Sandbox 4 Min Lesezeit 3 BeispieleLektion 1 von 6

Was ist eigentlich ein Programm? Viele Kurse springen über diese Frage hinweg und fangen gleich mit Python an.

Kurz gesagt ist es eine Liste von Anweisungen. Jemand schreibt sie in eine Datei, und der Computer arbeitet sie ab. Eine nach der anderen, von oben nach unten. Mehr ist es nicht. Alles, was du in diesem Kurs lernst, sind Wege, diese Liste geschickter aufzuschreiben.

Ein Rezept für einen sehr pedantischen Koch

Am besten stellt man sich ein Kochrezept vor. Man fängt oben an und arbeitet sich Schritt für Schritt nach unten, und am Ende steht etwas auf dem Tisch.

Der Unterschied liegt beim Koch. Wenn ein Mensch „eine Prise Salz“ liest, weiß er ungefähr, was gemeint ist. Fehlt im Rezept ein Schritt, merkt er das und ergänzt ihn, ohne groß darüber zu reden. Der Computer tut nichts davon. Er macht genau das, was dasteht, in genau der Reihenfolge, in der es dasteht. Steht da „eine Prise“, fragt er nicht nach. Er hört auf und meldet, dass er das Wort nicht kennt.

Das klingt nach einer Schwäche, und am Anfang fühlt es sich auch so an. Aber nur deshalb kann man Computern überhaupt Arbeit geben. Ein Programm, das heute funktioniert, tut morgen exakt dasselbe. Auch zum tausendsten Mal und auch um drei Uhr nachts.

Die Kehrseite lernst du in diesem Kurs ziemlich gründlich kennen. Zwischen dem, was du gemeint hast, und dem, was du geschrieben hast, liegt manchmal ein Komma. Der Computer hält sich an das Komma.

Das kürzeste Programm

Ein Programm mit einer Zeile
print("Hallo")

Eine Zeile, eine Anweisung. print heißt auf Englisch „drucken“. In Python bedeutet es, dass etwas ausgegeben wird. Was in den Klammern steht, erscheint auf dem Bildschirm, nur ohne die Anführungszeichen.

Mit Im Editor öffnen am Beispiel landet es im Editor (auf dem Telefon heißt der Button nur Öffnen), und mit Sandbox starten über dem Editor läuft es los. Nach ein paar Sekunden steht im Terminal eine Zeile mit dem Befehl, mit dem das Programm gestartet wurde. Darunter steht Hallo. Was dabei im Hintergrund passiert und warum der erste Start etwas dauert, kommt in Lektion 1.5. Dein Programm ist gerade auf einem echten Rechner gelaufen. Mehr muss man im Moment nicht wissen.

Python und python

Das Wort Python steht für zwei Dinge. Es lohnt sich, die beiden einmal auseinanderzuhalten.

Python, die Sprache, ist die Art, wie man die Liste aufschreibt. Welche Wörter es gibt, wo Klammern hingehören, wie man etwas wiederholt. Ein Rezept kann auf Deutsch oder auf Englisch geschrieben sein, und genauso kann ein Programm in Python, in JavaScript oder in einer von Hunderten anderen Sprachen geschrieben sein.

python, das Programm, ist der Koch. Es liest deine Datei und führt aus, was darin steht. Der Fachbegriff dafür ist Interpreter (auf Englisch genauso). Der Interpreter liest die Datei erst einmal komplett durch und prüft dabei, ob sich alles lesen lässt. Erst danach arbeitet er sie von oben nach unten ab. Diese zwei Schritte siehst du in Lektion 1.4 wieder. Je nachdem, in welchem von beiden etwas schiefgeht, sieht die Fehlermeldung nämlich anders aus.

Python rechnet
# Wie viele Sekunden hat ein Jahr?
print(365 * 24 * 60 * 60)

Die erste Zeile beginnt mit einer Raute #, und für den Interpreter ist sie Luft. Alles hinter der Raute ist ein Kommentar (comment), eine Notiz für Menschen. Die zweite Zeile rechnet 365 Tage mal 24 Stunden mal 60 Minuten mal 60 Sekunden aus und gibt das Ergebnis aus: 31536000.

An diesem Ergebnis sieht man, wie wörtlich der Koch ist. Da steht eine Zahl, sonst nichts. Python weiß nicht, dass es um Sekunden geht, und Tausenderpunkte schreibt es auch keine hinein. Wenn du mehr willst, musst du es hinschreiben. Wie das geht, kommt in den nächsten beiden Abschnitten.

Wo Python steckt

Python begegnet dir in kleinen Skripten, die lästige Arbeit erledigen, in Auswertungen in Büros und Laboren, auf der Serverseite von Webseiten und in fast allem, was mit Datenanalyse und künstlicher Intelligenz zu tun hat. Der Grund ist ziemlich unspektakulär. Um den eigentlichen Gedanken herum steht wenig Beiwerk, und ein Python-Programm liest sich fast wie eine Aufzählung. In diesem Kurs geht es vor allem um die kleinen Skripte.

Was in diesem Kurs vorkommt

Dieser Kurs ist das Fundament. Variablen, Entscheidungen, Wiederholungen, Listen, Funktionen, Dateien. Am Ende steht ein Werkzeug, das einen Kontoauszug einliest und dir sagt, wofür das Geld draufgegangen ist.

Um künstliche Intelligenz geht es hier nicht, und auch nicht um Datenanalyse mit großen Paketen wie pandas. Beides baut aber auf dem auf, was hier steht. Wer das Fundament kann, kommt dort deutlich schneller voran als jemand, der gleich oben einsteigt.

Ein Blick nach vorn, Wörter zählen
text = """Wer den letzten Kaffee nimmt, kocht neuen Kaffee.
Wer den letzten Becher nimmt, spült ihn auch."""

zaehler = {}
for wort in text.lower().split():
    wort = wort.strip(".,")
    zaehler[wort] = zaehler.get(wort, 0) + 1

for wort, anzahl in zaehler.items():
    if anzahl > 1:
        print(wort, anzahl)

Zum Schluss ein Programm, das du jetzt noch nicht verstehen musst. Es zählt, welche Wörter in einem Text mehr als einmal vorkommen, und gibt sie mit ihrer Anzahl aus. Ein paar Wörter darin lassen sich vielleicht schon erraten. for heißt „für jedes“, if heißt „wenn“, und print kennst du.

So sieht das heute aus. Nach sechs Abschnitten liest du es wie einen Einkaufszettel.

Englisch im Code

Die Wörter, die Python selbst mitbringt, sind englisch. Die Fehlermeldungen auch. Es sind ein paar Dutzend, und jedes wird übersetzt, wenn es zum ersten Mal auftaucht. Die Namen, die du dir selbst ausdenkst, stehen in diesem Kurs auf Deutsch und ohne Umlaute. So siehst du auf einen Blick, was von Python kommt und was von dir.

Zum Mitnehmen

Ein Programm ist eine Liste von Anweisungen, die der Computer von oben nach unten abarbeitet. Wörtlich, und ohne mitzudenken.

Jetzt du

Basis Konto, kostenlos

Zu dieser Lektion gehört eine Aufgabe. Du schreibst den Code selbst, und nach jedem Lauf sagt dir eine Prüfliste, was schon stimmt.

Dafür brauchst du das Basis Konto. Es kostet nichts, und ein Passwort gibt es auch nicht.

In diesem Kurs läuft dein Code auf einem Server. Dafür hat das Basis Konto 1 Stunde im Monat, mehr Zeit gibt es mit dem Premium Konto.

Was in dieser Lektion steckt

  • Artikel mit 3 Beispielen zum Ausprobieren

    Steht hier, ohne Konto lesbar.

  • Aufgabe, dein Code läuft auf einem Server

    Öffnet sich mit dem Basis Konto.