Selektoren Grundlagen

Zuletzt aktualisiert am 10. Februar 2026

Selektoren sind das Herzstück von CSS. Sie bestimmen, welche HTML-Elemente von deinen Stil-Regeln betroffen sind. Ohne Selektoren wüsste der Browser nicht, wo er deine Farben, Abstände und Schriftgrößen anwenden soll.

Was ist ein Selektor?

Ein Selektor steht am Anfang jeder CSS-Regel und zeigt auf ein oder mehrere HTML-Elemente:

Selektor {
  Eigenschaft: Wert;
}

Der Selektor ist die Adresse. Die Deklarationen im Block sind die Anweisungen. Je präziser die Adresse, desto gezielter das Ergebnis.

Der Element-Selektor

Der einfachste Selektor: Du schreibst den Tag-Namen hin, und alle Elemente dieses Typs werden gestaltet.

Element-Selektor
h2 {
  color: #7c3aed;
}

p {
  color: #374151;
  line-height: 1.6;
}

Beide <p>-Elemente werden gestaltet, weil der Selektor p auf alle Absätze zielt. Das ist praktisch für globale Basis-Styles, aber manchmal zu breit. Was, wenn du nur einen bestimmten Absatz anders gestalten willst?

Der Klassen-Selektor

Mit Klassen markierst du einzelne Elemente im HTML und sprichst sie gezielt in CSS an. Eine Klasse wird mit einem Punkt (.) eingeleitet:

Klassen-Selektor
.highlight {
  background: #fef3c7;
  padding: 4px 8px;
  border-radius: 4px;
}

.error {
  color: #dc2626;
  font-weight: bold;
}

Wichtige Punkte zu Klassen:

  • Im HTML schreibst du class="name" (ohne Punkt)
  • Im CSS schreibst du .name (mit Punkt)
  • Ein Element kann mehrere Klassen haben: class="highlight error"
  • Dieselbe Klasse kann auf beliebig viele Elemente angewendet werden

Klassen sind der wichtigste Selektor in der Praxis. Sie sind wiederverwendbar, flexibel und haben eine moderate Spezifität.

Der ID-Selektor

Eine ID identifiziert ein einziges, eindeutiges Element. Im CSS wird sie mit einer Raute (#) eingeleitet:

ID-Selektor
#main-title {
  color: #1a56db;
  font-size: 24px;
  border-bottom: 3px solid #1a56db;
  padding-bottom: 8px;
}

IDs vs. Klassen:

  • Jede ID darf pro Seite nur einmal vergeben werden
  • IDs haben eine höhere Spezifität als Klassen, sind also schwerer zu überschreiben
  • IDs werden auch für Anker-Links (#section) und JavaScript (getElementById) genutzt

Empfehlung: Verwende IDs für Navigation und JavaScript. Für CSS-Styling sind Klassen fast immer die bessere Wahl, weil sie flexibler und einfacher zu pflegen sind.

Der Universal-Selektor

Das Sternchen (*) trifft auf jedes Element:

Universal-Selektor
* {
  margin: 0;
  padding: 0;
  box-sizing: border-box;
}

Der Universal-Selektor wird oft für CSS-Resets eingesetzt: Alle Standard-Abstände auf null setzen und danach gezielt eigene Styles definieren. Im Alltag brauchst du ihn selten, aber es ist gut zu wissen, dass es ihn gibt.

Der Attribut-Selektor

Du kannst Elemente auch anhand ihrer Attribute auswählen. Der Selektor steht in eckigen Klammern:

Attribut-Selektor
input[type="text"] {
  border: 2px solid #3b82f6;
  padding: 8px;
  border-radius: 4px;
}

input[type="submit"] {
  background: #3b82f6;
  color: white;
  border: none;
  padding: 8px 16px;
  border-radius: 4px;
}

Attribut-Selektoren sind besonders nützlich für Formulare, wo verschiedene <input>-Typen unterschiedlich gestaltet werden sollen. Es gibt noch Varianten wie [href^="https"] (beginnt mit) oder [class*="btn"] (enthält), aber die Grundform reicht für den Anfang.

Selektoren gruppieren

Wenn mehrere Selektoren dieselben Styles bekommen sollen, kannst du sie mit einem Komma gruppieren:

Gruppierte Selektoren
h2, h3, h4 {
  color: #7c3aed;
  margin-bottom: 8px;
}

Statt denselben Code dreimal zu schreiben, definierst du ihn einmal für alle drei. Sauberer, kürzer, einfacher zu pflegen.

Welchen Selektor wann verwenden?

SelektorSyntaxTrifft aufEinsatz
ElementpAlle <p>-ElementeGlobale Basis-Styles
Klasse.nameElemente mit class="name"Wiederverwendbare Styles
ID#nameEin Element mit id="name"Einmalige Elemente, Navigation
Universal*Alle ElementeCSS-Resets
Attribut[attr="wert"]Elemente mit passendem AttributFormulare, spezifische Auswahl
Gruppierungh1, h2, h3Mehrere Selektoren zusammenCode-Duplikation vermeiden

Faustregel: Nutze Klassen als Standard-Selektor. Element-Selektoren für globale Basis-Styles. IDs nur, wenn du sie für Navigation oder JavaScript brauchst. Attribut-Selektoren für Sonderfälle wie Formular-Inputs.

Häufige Fehler

  • Punkt bei Klassen vergessen: highlight { } im CSS funktioniert nicht. Es muss .highlight { } sein (mit Punkt). Ohne Punkt sucht der Browser nach einem HTML-Element namens <highlight>.
  • Raute bei IDs vergessen: Gleicher Fehler wie bei Klassen. main-title { } statt #main-title { }.
  • ID mehrfach vergeben: Wenn zwei Elemente dieselbe ID haben, ist das ungültiges HTML. Der Browser styled oft nur das erste, und JavaScript findet ebenfalls nur das erste.
  • Zu spezifische Selektoren: div.container ul.nav-list li.nav-item a.nav-link { } ist viel zu lang. .nav-link { } reicht meistens aus. Je einfacher der Selektor, desto leichter ist er zu pflegen und zu überschreiben.
  • ID für wiederholte Styles verwenden: Wenn mehrere Elemente denselben Style bekommen sollen, verwende eine Klasse, keine ID.

Zusammenfassung

KonzeptBeschreibung
SelektorBestimmt, welche Elemente eine CSS-Regel trifft
Element-SelektorTag-Name als Selektor (p, h1, div)
Klassen-Selektor.name im CSS, class="name" im HTML
ID-Selektor#name im CSS, id="name" im HTML
Universal-Selektor* trifft auf alle Elemente
Attribut-Selektor[attr="wert"] trifft auf Elemente mit passendem Attribut
GruppierungKomma-getrennte Selektoren teilen sich dieselben Styles
Best PracticeKlassen als Standard, Element-Selektoren für Basis-Styles

Du kennst jetzt die wichtigsten Basis-Selektoren. Im nächsten Artikel geht es um erweiterte Selektoren: Kombinatoren, Pseudo-Klassen und Pseudo-Elemente, mit denen du noch gezielter auf bestimmte Elemente zugreifen kannst.

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