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text-wrap

text-wrap bestimmt, ob und vor allem wie der Browser Text auf Zeilen verteilt. Standardmäßig füllt der Browser jede Zeile so weit wie möglich und bricht dann um. Das führt bei Überschriften oft zu unschönen Ergebnissen: eine lange erste Zeile und ein einzelnes Wort darunter. Mit text-wrap: balance bekommst du ausgeglichene Zeilenlängen für Überschriften, mit text-wrap: pretty schönere Umbrüche im Fließtext. Die Eigenschaft ist eine Shorthand für text-wrap-mode und text-wrap-style.

Steckbrief text-wrap
Syntax
text-wrap: wrap | nowrap | balance | pretty | stable
Initialwert
wrap
Vererbt
Ja
Animierbar
Nein
Kurzform für
text-wrap-mode, text-wrap-style
Kategorie
Typografie
Werte
12
Beispiele
4
Browser
4 von 5
E-Mail
0 von 5
Stand
03.07.2026

Grundlagen

Der klassische Umbruch-Algorithmus arbeitet zeilenweise: Der Browser packt so viele Wörter wie möglich in die erste Zeile, dann in die zweite und so weiter. Was am Ende übrig bleibt, landet in der letzten Zeile. Dadurch entstehen zwei typische Probleme: Überschriften mit stark unterschiedlich langen Zeilen und Absätze, deren letzte Zeile nur aus einem einzelnen kurzen Wort besteht.

text-wrap: balance löst das erste Problem. Der Browser verteilt den Text so auf die Zeilen, dass alle Zeilen möglichst gleich lang sind. Das Ergebnis wirkt ruhiger und lässt sich leichter erfassen, ideal für Überschriften, Teaser und kurze Absätze. Weil das Ausbalancieren Rechenzeit kostet, begrenzen die Browser den Effekt auf kurze Texte: Chromium balanciert höchstens sechs Zeilen, Firefox höchstens zehn. Bei längeren Texten passiert einfach nichts.

text-wrap: pretty kümmert sich um das zweite Problem. Statt Zeile für Zeile zu entscheiden, betrachtet der Browser den Absatz als Ganzes und wählt Umbruchstellen, die insgesamt ein schöneres Schriftbild ergeben. Vor allem vermeidet er ein einzelnes Wort allein in der letzten Zeile. pretty ist für Fließtext gedacht, bei dem Typografie wichtiger ist als maximale Rendering-Geschwindigkeit.

Dazu kommen zwei weitere Werte: nowrap verhindert den automatischen Zeilenumbruch komplett, und stable sorgt bei editierbaren Inhalten (etwa contenteditable) dafür, dass bereits umgebrochene Zeilen beim Tippen nicht ständig neu springen.

Technisch ist text-wrap eine Shorthand für zwei Longhands: text-wrap-mode steuert, ob umgebrochen wird (wrap oder nowrap), und text-wrap-style steuert, wie umgebrochen wird (auto, balance, pretty oder stable).

Syntax & Werte

12 Werte

text-wrap (Shorthand)

Wert Beschreibung Beispiel
wrap Standardverhalten. Text bricht an erlaubten Stellen (Leerzeichen, Bindestriche) automatisch um. text-wrap: wrap
nowrap Kein automatischer Zeilenumbruch. Der Text läuft in einer Zeile weiter. text-wrap: nowrap
balance Verteilt den Text auf möglichst gleich lange Zeilen. Wirkt nur bei wenigen Zeilen, ideal für Überschriften. text-wrap: balance
pretty Optimiert die Umbrüche des gesamten Absatzes und vermeidet ein einzelnes Wort in der letzten Zeile. text-wrap: pretty
stable Wie wrap, aber beim Bearbeiten von Text bleiben die Zeilen vor dem Cursor stabil. text-wrap: stable
inherit Erbt den Wert explizit vom Elternelement. text-wrap: inherit

text-wrap-mode

Wert Beschreibung Beispiel
wrap Text bricht automatisch am Zeilenende um. text-wrap-mode: wrap
nowrap Text bricht nicht automatisch um. text-wrap-mode: nowrap

text-wrap-style

Wert Beschreibung Beispiel
auto Standardverhalten. Der Browser nutzt seinen normalen, zeilenweisen Umbruch-Algorithmus. text-wrap-style: auto
balance Gleich lange Zeilen für kurze Texte wie Überschriften. text-wrap-style: balance
pretty Bessere Umbruchstellen für Fließtext, keine einzelnen Wörter in der letzten Zeile. text-wrap-style: pretty
stable Stabile Zeilen beim Editieren von Inhalten. text-wrap-style: stable

Beispiele

4 Beispiele

Der Klassiker: Ohne balance füllt der Browser die erste Zeile komplett und lässt ein einzelnes Wort in die zweite Zeile rutschen. Mit balance verteilt er den Text gleichmäßig.

Überschrift ohne und mit text-wrap: balance
/* Alle Überschriften ausbalancieren */
h1, h2, h3 {
  text-wrap: balance;
}

Abgrenzung zu white-space

white-space und text-wrap überschneiden sich, beantworten aber unterschiedliche Fragen. white-space regelt, was mit Leerzeichen, Tabs und Zeilenumbrüchen aus dem Quelltext passiert und ob der Text überhaupt umbricht. text-wrap regelt nur den Umbruch selbst und vor allem seine Qualität: balance, pretty und stable gibt es ausschließlich hier.

Technisch hängen beide zusammen: white-space ist in modernem CSS ebenfalls eine Shorthand und setzt neben white-space-collapse auch text-wrap-mode. Deshalb verhindern white-space: nowrap und text-wrap: nowrap beide den Zeilenumbruch. Der Unterschied: white-space: nowrap beeinflusst zusätzlich die Behandlung der Leerzeichen, text-wrap: nowrap lässt sie unangetastet.

Und wenn ein einzelnes Wort zu lang für die Zeile ist, hilft keine der beiden Eigenschaften weiter. Dann brauchst du word-break & overflow-wrap, um innerhalb des Wortes umzubrechen.

Barrierefreiheit

balance und pretty sind kleine Verbesserungen mit großer Wirkung für die Lesbarkeit. Gleich lange Zeilen und das Vermeiden einzelner Wörter am Absatzende reduzieren visuelle Sprünge beim Lesen. Davon profitieren alle, besonders aber Menschen mit Leseschwierigkeiten oder Konzentrationsproblemen. Du kannst beide Werte bedenkenlos einsetzen.

Für text-wrap: nowrap gilt die gleiche Vorsicht wie bei white-space: nowrap: Text, der nicht umbricht, kann bei schmalen Viewports oder starker Bildschirmvergrößerung aus dem sichtbaren Bereich laufen. Verwende nowrap nur für kurze Inhalte wie Labels oder Badges, nie für längere Texte.

Screenreader lesen den Text unabhängig von den Umbruchstellen vor. Für die Ausgabe per Sprachausgabe macht text-wrap also keinen Unterschied.

Häufige Fehler

6 Fehler
01 balance auf lange Absätze setzen
balance wirkt nur bis zu einer Zeilen-Obergrenze (Chromium: sechs Zeilen, Firefox: zehn Zeilen). Bei längeren Texten passiert schlicht nichts. Für Fließtext ist pretty der passende Wert.
02 Sich auf pretty verlassen
Firefox unterstützt pretty noch nicht. Behandle den Wert als progressive enhancement: Das Layout muss auch mit normalem Umbruch funktionieren.
03 balance pauschal auf alles setzen
Das Ausbalancieren kostet Rechenzeit beim Layout. Setze balance gezielt auf Überschriften und Teaser, nicht per Universalselektor auf die ganze Seite.
04 white-space und text-wrap gegeneinander arbeiten lassen
Beide Shorthands setzen text-wrap-mode. Deklarierst du erst text-wrap: nowrap und später white-space: normal, ist das nowrap wieder weg. Wenn du beide brauchst, setze die Longhands bewusst oder achte auf die Reihenfolge.
05 Manuelle Umbrüche mit balance kombinieren
Feste <br>-Umbrüche in Überschriften machen balance überflüssig und funktionieren bei anderen Viewport-Breiten nicht mehr. Lass den Browser die Umbruchstellen wählen.
06 Zentrierung von balance erwarten
balance ändert nur die Umbruchstellen, nicht die Ausrichtung. Für zentrierten Text brauchst du weiterhin text-align: center, gerne in Kombination mit balance.

Browser-Kompatibilität

4 von 5

text-wrap mit den Werten wrap, nowrap, balance und stable wird von allen modernen Browsern unterstützt. Nur pretty fehlt derzeit noch in Firefox. Dort fällt der Text harmlos auf den normalen Umbruch zurück, es geht also nichts kaputt.

  • Chrome

    Komplett

  • Firefox

    Teilweise

    pretty wird noch nicht unterstützt und degradiert zum normalen Umbruch

  • Safari

    Komplett

    pretty erst in neueren Versionen, ältere zeigen normalen Umbruch

  • Edge

    Komplett

  • Opera

    Komplett

Email-Kompatibilität

0 von 5

text-wrap wird von Email-Clients praktisch nicht unterstützt. Da die Eigenschaft ohne Support einfach beim normalen Umbruch bleibt, richtet sie in Emails keinen Schaden an. Verlasse dich in Email-Layouts aber nicht auf balance oder pretty.

  • Apple Mail

    Keine

    text-wrap wird ignoriert, Text bricht normal um

  • Gmail

    Keine

  • Outlook

    Keine

  • Thunderbird

    Keine

  • Yahoo Mail

    Keine

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